E-Sport ist kein Sport

Dieses Thema im Forum "Hobbys & Interessen" wurde erstellt von Herrle, 27. August 2019.

  1. Ein Rechtgutachten des DOSB besagt - E-Sport ist kein Sport

    Die Computerspiele und Konsolenspiele seien zu wenig körperlich.
    Die alten Herren sollten mal eine VR Brille aufsetzen und dann ihr Gutachten nochmal überdenken. Die sind mal wieder nicht up to date!

    Es ist immer das gleiche Spiel. Die Alten verstehen nicht mehr was die Jungen machen.

    Am Ende haben zwangsläufig immer die Jungen gewonnen. So hat der Tod wenigstens etwas gutes, wenn es auch das Einzige ist was gut an ihm ist.:p


    SolKutTeR: Beitrag verschoben
     
    #1 Herrle, 27. August 2019
    Zuletzt bearbeitet: 28. August 2019
  2. Naja, ich fand‘s ehrlich gesagt immer schon suspekt, wenn Zocken usw. als Sport bezeichnet wird. Für mich ist der Inbegriff des Sports dass es primär auf eine körperliche Gesamtleistung ankommt. Warum etwas mit Gewalt unter den Begriff Sport drücken, statt sich einen eigenen Oberbegriff zu suchen, der um Welten besser paßt ? Genauso fand ich es darum auch schon immer blödsinnig, Schach als Sport zu bezeichnen.
    Es sind Spiele, die primär eben die geistige, nicht körperliche Leistung ansprechen. Und wenn dann die Leute Angst haben, dass das Wort Spiel von vornherein jede ernsthafte Leistung ausschließt, sollte sie eben daran arbeiten, es meinetwegen Leistungsspiele oder was auch immer nennen. Weil ansonsten ja letztlich alles, wo es einen Wettbewerb und Sieger und Verlierer gibt, Sport ist. Dann kann man auch ruhig noch allgemeiner werden, und Schule und Karriere auch -da leistungsbezogen- als Sport bezeichnen. Also ist man dann die Hälfte des Tages dabei, Sport zu treiben.
    Sollte man dann aber nciht noch konsequenter sein, und die Tätigkeiten, wo stumpf Körperliches zu bewältigen ist, aus der Definition von Sport auszuschließen ? Bei einem Wettbewerb wird ja schließlich der Geist entscheidend sein, nicht der Körper, wo kämen wir denn sonst hin. Also bitte all diese dusseligen Sachen wie Leichtathletik usw. bitte nicht mehr als Sport bezeichnen, das würde sonst wirklich zu weit gehen. (genervter Ton Ende)
     
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  3. eSport wird allgemein ja schon als Sport angesehen, die Krugs ist jedoch, dass sich der Verband der Olympischen spiele die Definition als solche Körperlich ansieht. Daher hat es z.B. der Schachsport bisher auch nicht in die Olympischen Spiele geschafft und der gewählte Titel "E-Sport ist kein Sport" als solcher ist eigentlich falsch gewählt.

    Ich sehe es da auch wie axa, statt eSport als solcher in die Olympischen Spiele zu drücken, lieber was eigenständiges aufziehen.
    (Denke dahin wird es auch hinauslaufen.) :notworthy:
     
  4. Na dann brauchen sich E-Sport Vereine gar nicht erst um eine Anerkennung als gemeinnütziger Verein bemühen.

    Ich kann da jetzt nur aus steuerlicher Sicht hinsichtlich des gemeinnützigkeitsrechtes in der Abgabenordnung sprechen, aber darum wird es ja im Kern bei der Frage gehen.
    Sport im Sinne von § 52 (2) Nr. 21 AO ist eine durch Bewegung, Spiel und Wettkampf ausgeführte körperliche Aktivität von Menschen zum Zwecke der körperlichen Ertüchtigung der Bevölkerung. Darunter fällt E-Sport im "klassischen" Sinne, also vor dem PC sitzend zocken nun mal nicht. Die Rechtsprechung hatte im übrigen auch bei Schach entschieden, dass es kein Sport ist. Da man politisch, sei es aus welchen Gründen auch immer, vermutlich Lobbyarbeit der Schachvereine, wollte, dass Schach gemeinnützig ist, hat es dann Stumpf ins Gesetz geschrieben, dass Schach ein Sport ist. Skat etc. fallen nicht unter die Gemeinnützigkeit, da diese eben nicht als Sport gelten, selbst wenn sie wettkampfmäßig betrieben werden.
    Bei Sportarten wie Dart oder Billard, ist von Sport auszugehen, wenn diese wettkampfmäßig betrieben werden, da laut Rechtsprechung hier eine besondere körperliche Geschicklichkeit trainiert wird. Gleiches gilt für den Motorsport, der auch gemeinnützig ist, was sich auf digitalen Motorsport aber nicht übertragen lässt.

    @Herrle
    Wenn du einen Verein gründen würdest, der VR-Sport betreibt, würdest Du, je nachdem was gespielt wird, die Gemeinnützigkeit bekommen. Zumindest vor Gericht. Die Finanzämter sind da ziemlich festgefahren.
    Bei Beatsaber, Spark, etc. würde ich z.B. vor Gericht gehen, das bekommt man durch. Pavlov und Co. würden wahrscheinlich nicht durchgehen, da hier Kriegsähnliche Handlungen "ausgeübt" werden; mit der Begründung hat der BFH schon Gotcha und Paintpall die Gemeinnützigkeit versagt. Schützenvereine hingegen sind gemeinnützig, da hier das reine Schießen auf Zielscheiben im Fordergrund steht, also Spacepirate Trainer würde man auch als Sport auslegen können. Man muss hier eben genau in die Satzung schreiben was man macht.

    Vor dem Hintergrund der Frage der Gemeinnützigkeit würde es also zu Kurz greifen VR einfach in die Kategorie E-Sport zu stecken. VR geht hier deutlich drüber hinaus.
     
  5. Guter Background, danke für die Erklärungen.
     
  6. Dann spiel mal konzentriert drei Matches CounterStrike hintereinander... Konzentration (Focus), Feinmototrik, Anspannung, etc. bringen da einen schon ganz schön ins schwitzen. Das ist insgesamt geistig und auch körperlich deutlich anstrengender als Dart, Billiard, Tontaubenschießen, Bogenschießen usw.
    Grundsätzlich stimmt es aber schon, dass es kein klassischer Sport im eigentlichem Sinne ist.
     
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  7. Ich hatte das so verstanden, dass auch VR-Gaming damit kein Sport sein kann.
    Danke für die Richtigstellung.

    Da hatte ich wohl zu kurz gedacht. Ich hatte vermutet, dass die VR-Gaming schlicht nicht auf dem Schirm hatten oder es eben Absicht ist um gleich mal das Wasser für irgendwelche Bestrebungen dieser Art abzugraben - Sicherheitshalber, falls das doch noch was wird mit dem VR, AR und Gaming und so. Es geht ja ums Geld.
     
  8. Ich kenne die Anstrengungen von konzentriertem Spielen, genauso wie bei einer 5-stündigen Klauser, usw.. Und bei der 5-stündigen Klausur habe ich auch ganz klar Vorteile, wenn ich körperlich austrainiert bin, und schreibe schneller wenn meine Feinmotorik sehr gut ist, und kann mir damit in bestimmten Fachrichtungen klar Vorteile sichern. Dennoch ist das eben für mich kein Sport. Am Computer am Schreibtisch sitzend die Maus zu schubsen, um’s mal böse zuzuspitzen, und Sport sind für mich nicht wirklich vereinbar.
    Und wie Oimann schon beleuchtet hat, diese ganze unsägliche Diskussion verdanken wir einzig und alleine der Tatsache, dass es für Sportarten bestimmte Privilegien gibt (Gemeinnützigkeit, den Imagegewinn der Teilnahme an Olympischen Spielen, etc.) die die Lobbyisten, die ihr Hobby unbedingt unter den Oberbegriff Sport quetschen wollen, auf diese Weise für ihr Hobby erschließen wollen, anstatt sich halt die Mühe zu machen, einen eigenen neuen Oberbegriff für diese Art der Tätigkeiten zu suchen und düggf. vergleichbare Rechte, Events usw. dafür zu etablieren. Klar, das wäre natürlich auch viel mühsamer.
    Wenn‘s diese Motivation nicht gäbe, wäre doch keine Socke je ernsthaft auf die Idee gekommen, das als Sport zu bezeichnen sondern hätte es ESpiel oder so genannt... mich nervt es halt nur, wenn aus solcher vornehmlich finanzieller Motivation die Begrifflichkeiten fast schon ins Absurde verdreht werden. Zwei Schachspieler als Sportler zu bezeichnen fand ich darum eben auch schon lächerlich, auch wenn die Konzentrationsleistung durchaus eine sehr anspruchsvolle ist - aber eben m.E. dennoch nichts mit Sport zu tun hat. Nicht alles, wo Höchstleistungen erbracht werden, muß automatisch als Sport bezeichnet werden.

    Motorsport hat den m.E. entscheidenden Unterschied, dass dort fortwährend nicht unerhebliche G-Kräfte wirken und die Kurbelei auch durchaus körperlich anstrengend ist (wer wenigstens schon mal Kart fährt, weiß, dass das anstrengender sein kann als man unbedarft denken würde).

    Ich sehe, dass du diesen Unterschied ja auch durchaus siehst - ich würde mir halt nur wünschen, dass sie diese „Sport im weiteren Sinne“ Erweiterung einfach sein ließen und dem Kind einen anderen Namen gäben...
     
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  9. Glaubt ihr nicht, dass man in VR mal Volleyball spielen wird? Ich meine im Multiplayer.

    Man kann ja heute schon gegen die Ki boxen. Demnächst geht das bestimmt auch im Multiplayer. An Körperlichkeit wird es da nicht fehlen.

    Ich glaube, dass in geraumer Zeit keiner mehr in einen echten Ring steigen wird um sich die Nase brechen zu lassen. Wozu auch? Wenn das in VR richtig umgesetzt wird, so wird der reale Boxring keinen Vorteil mehr haben.

    Auch die Zuschauer können in VR viel näher am Geschehen dran sein und das in unbegrenzter Stückzahl.

    In 50 Jahren wird man über Sport im klassischen Sinn nur noch voller Unverständnis den Kopf schütteln. Naja gut vielleicht nicht in 50 Jahren aber ganz bestimmt in 100.

    Die haben doch nur Angst vor dem was sie nicht verstehen und Angst um ihre Pfründe.
     
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