Headsets für den Museumseinsatz

Dieses Thema im Forum "Systemvergleich & Usertests" wurde erstellt von kukulcan, 5. Juli 2018.

  1. Ich sag erstmal Hallo und schon mal Danke für die vielen Antworten ;)

    Also, an drei bis fünf Plätzen (Cubicles) in einem Museum sollen die Besucher im Sitzen alte Ausgrabungen durchstreifen. Aus dem Einsatz ergibt sich für mich interne Kopfhörer und eine möglichst stabile/langlebige Bauart.

    Roomscale ist definitv nicht gewünscht, der Pflegeaufwand soll sich auf Säubern/Justieren der Headsets beschränken, nicht auf erste Hilfe oder ständige Überwachung jedes "Spielers".

    Was ich so bisher gelesen hab, hört sich die Samsung Odyssey ziemlich gut an, für das Tracking im Sitzen sollte ja die interne Kamera ausreichen, oder? Wie wäre es eigentlich bei Vive und den Lighthouses, müsste da jedes Headset ein eigenes Setup haben?

    Die Rechner werden kraftvoll sein und für VR konzipiert, es kann also jedes gewünschte Betriebssystem installiert werden.

    Was wäre der beste Controller für die folgenden Anforderungen:
    - Rumlaufen
    - Leute ansprechen
    - aus Antworten auswählen
    Das ist schon alles.

    Ich habe schon ein wenig über Bewegungsarten (wie Teleportieren) gelesen, kam selber bei meinem Playthrough von RE6 auf PSVR praktisch ohne Kopfschmerzen durch. Spricht irgendwas gegen eine direkte lineare Bewegung mit einem (z.B. X-Box) Controller?
     
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  2. Hi & willkommen um Forum.

    Für Dein Projekt würde ich auch zur Samsung tendieren, da Du im Sitzen keine der Vorzüge der Rift oder Vive (Pro) bräuchtest, und dazu noch kostengünstig die momentan beste Bildqualität (mit der Vive Pro) bekämst.

    Bei der neuen Vive Pro mit den Lighthouse 2.0 Boxen wäre der Einsatz mehrerer Brillen in einem Tracking Bereich möglich. Die momentan besten Controller wären wohl die Oculus Touch, aber die wirst Du nur mit der Rift nutzen können. Daher würde ich hier schlicht die der Samsung nutzen.

    In Sachen Bewegungsarten wäre ich vorsichtig - nicht jeder ist so abgehärtet wie Du, und es kommt auch sehr auf die jeweilige App an. Aber gleitende Fortbewegung mittels eines Thumbsticks ist für manche, gerade die unerfahrenen Nutzer schnell übelkeitserregend. Da würde ich konservativ herangehen, allenfalls eine Option anbieten, es umzuschalten, die dann aber nur erfahrene Nutzer wählen sollten. Ich würde daher schon auf Teleport oder ruckweise Fortbewegung und Drehen in 30° oder 45° Schritten setzen. Man kann auch bei der Bewegung noch das Sichtfeld etwas einschränken (Tunnelblick), das hilft auch gegen das Risiko von Übelkeit.
     
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  3. axacuatl...da bin ich wohl gleich an einen Kollegen geraten, manche nennen mich auch quetzalcoatl ;)

    Danke für die Einschätzung. Kannst du was zur Verarbeitung/Stabilität verschiedener Systeme sagen? Gibt es da welche, die positiv oder negativ herausstechen?

    Ich bin eigentlich gar nicht abgehärtet, habe nur Robinson's Journey und Resident Evil gespielt. Bei Robinson war mir nach 5 Minuten schlecht, bei RE nicht mal nach 2 Stunden. Beide nutzen oberflächlich eine ähnliche Bewegungart, aber anscheinend gibt es noch viele andere Faktoren, bei denen man was falsch machen kann. Ich sehe, da kommt noch was auf uns zu, ist aber sicher was für ein anderes Unterforum.

    Aber die Ausgrabungen sind eh recht groß, da würde sich wahrscheinlich ein Warpen zu bestimmten Spots (wie ich es aus Spielen wie Myst gewohnt bin) eh anbieten, um endlose Laufzeiten zu vermeiden.
     
  4. Du solltest Dir zur Orientierung mal die folgenden Apps mit einem SteamVR-tauglichen Headset (also Vive (Pro), Rift, oder eine der Windows MR Brillen wie eben die Samsung Oddyssey) ansehen:

    - Realities von realities.io
    - Masterworks
    - Nefertari: Journey to Eternity

    Die drei bieten gute Beispiele von eben solchen VR Darstellungen von archäologisch relevanten Sites, bzw. der dazu geeigneten VR Darstellungstechnologie.

    Was die Stabilität angeht, bin ich leider überfragt - da wäre der Vive Pro zuzutrauen, dass sie langlebiger konstruiert ist als die Samsung, aber das ist eine reine Vermutung. Bislang sind mir da keine wesentlichen Unterschiede bekannt zwischen diesen vier Hauptverdächtigen (Samsung, Rift, Vive, Vive Pro).

    Bei dem Tracking ist das mit den externen Sensoren natürlich grundsätzlich noch besser als das der Samsung, aber für Deinen Einsatzzweck würde ich dem keine wesentliche Bedeutung zumessen.

    Der Nickname ist eigentlich nur aus dem Frust entstanden, als ich bie irgendeiner Anmeldung keinen meiner damals üblichen Nicknames wählen durfte, weil schon vergeben - also habe ich einfach blind auf der Tastatur herumgehauen, und der kam dabei raus. Aber zugegebenermaßen habe ich die Endung dann noch korrigiert, von axacuatj auf axacuatl weil es dann wenigstens aztekisch, nicht nach purem Wörterdurchfall klang. Und Dein anderer Nickname erinnerte mich gleich an Quetzaltenango, wo ich mal 'nen Monat war...
     
    #4 axacuatl, 5. Juli 2018
    Zuletzt bearbeitet: 5. Juli 2018
  5. Da habe ich ja direkt einen Experten gefunden. Hab mal kurz drübergeschaut, die Apps verbinden anscheinend "einfach" Locations mit einander, die per Pano-Cam aufgenommen sind.

    Wir werden in Echtzeit rendern und ich hoffe, dass wir das auch ein bisschen ausnutzen können, aber da hat auch der Auftraggeber was zu sagen, wie er sich die Sache vorstellt. Das Verständnis geht im 1. Schritt aber eh meist nicht über "VR - toll, damit machen wir was" hinaus.

    In Guatemeala waren wir kürzlich, aber nur bis Tikal, irgendwann kommt nochmal die große Route.

    Hab mal ein bisschen Tom's Hardware gelesen, die Odyssey ist nicht für den Einsatz mit Brille gedacht, das ist ein Ausschlusskriterium.

    Ich frag mich, ob die alle den Mehrpreis für Dioptrin-Korrektur-Optik scheuen oder hat das andere Gründe? Ich weiß noch, als ich vor einigen Jahren die Oculus Rift auf der Gamescom getestet hab, ging das noch.

    Die Vive Pro wurde übrigens als am besten verarbeitete gelobt.
     
    #5 kukulcan, 5. Juli 2018
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 5. Juli 2018
  6. Sag das nicht - da ist schon richtige Photogrammetrie am Werke, größtenteils jedenfalls Da kannst Du Dich dann auch in Roomscale bewegen und frei teleportieren.

    Okay, das müßt Ihr natürlich beurteilen, ich habe auch keine Erfahrung mit solchem kommerziellen Einsatz mit multiplen Usern pro Tag. In Sachen Brille müßt Ihr dann aber natürlich auch aufpassen, dass Euch die unbedarften User nicht mit ihren Brillen die Linsen zerkratzen. Da hilft vielleicht eine Schutzfolie. Denk auch daran, dass der virtuelle Fokus etwa 3 m weg ist, also ein normal Kurzsichtiger wird das noch gut erkennen können, ein Weitsichtiger auch. Andere optische Fehler bleiben aber natürlich, wie ich leider selbst auch feststellen darf. Das mit der Dioptrienkorrektur wird sicher aus Kostengründen weggefallen sein.

    Das kann gut sein, da sollte sich mal einer der User im Forum zu äußern, der die Samsung und Vive Pro beide nutzt(e).

    Tikal ist schon cool - und die Brüllaffen, als wir da früh morgens vor dem Schlagbaum auf die Öffnung des Areals warteten, waren auch nicht von schlechten Eltern. Erinnerte mich schon fast eher an Jurassic Park...
    Wenn Ihr natürlich in ersten Linie archäologisch unterwegs seid, kann ich nicht viel sagen, aber so etwas wie Panajachel am Lago di Atitlan sollte man sich nicht entgehen lassen, ist landschaftlich einfach der Hammer.
     

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